Problematik
Die
Problematik bei allen Ereignissen oder Veranstaltungen mit einer größeren
Ansammlung von Menschen ist die, dass in einem Notfall externe Hilfskräfte
wie der öffentliche Rettungsdienst oder die Feuerwehr nicht so schnell
wie gewohnt zum Notfallort gelangen.
Dies hat mehrere Ursachen: Veranstaltungen finden oft auf Privatgelände
oder extra abgesperrtem Gelände statt. Auf großen Veranstaltungsarealen
mit eigenen Wegen, Zäunen, evtl. Treppenhäusern u.ä. finden
die Retter aufgrund nicht vorhandener Ortskenntnis den Einsatzort nicht bzw.
nicht schnell genug. Eine normale Beschilderung wie im öffentlichen Straßenland
mit Straßennamen und Hausnummern fehlt.
Außerdem kann man sich in großen Menschenmengen nicht so schnell
und u. U. nicht mit dem Einsatzfahrzeug bewegen.
Genau die Zeit ist es aber, die bei vielen Notfällen entscheidend ist.
Verletzungen mit starken Blutungen, Brüche von größeren Knochen,
Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krampfanfälle, Atemnot, Unterzuckerung,
um nur einige Beispiele zu nennen, bedürfen der sofortigen medizinisch
kompetenten Versorgung.
Lösung
Hier
greift der Sanitätsdienst ein. Durch gute Vorbereitung und evtl. Beteiligung
an der Planung sind die Einsatzteams mit den Örtlichkeiten gut vertraut,
finden schnell den Einsatzort, alarmieren gezielt (nach medizinischer Notwendigkeit)
die richtigen Einsatzmittel des Rettungsdienstes nach und sorgen dafür,
dass dieser eingewiesen und zur Notfallstelle geleitet wird.
Der Notfallpatient wird fachgerecht medizinisch versorgt. Dazu gehören
beispielsweise die Versorgung von Wunden und Frakturen, die Anlage einer Infusion
(„Tropf“) zur Schockbekämpfung, die Gabe von Sauerstoff z.
B. bei Atemnot, die Herz-Lungen-Wiederbelebung und vieles mehr.
Aber auch nicht so schwerwiegende Tätigkeiten wie das reichen einer Kopfschmerztablette
oder/ und eines Glases Wasser sowie die Möglichkeit sich in einem geschützten
Bereich kurz hinsetzen oder hinlegen zu können wirken manchmal wahre
Wunder.
Der eigentliche Transport in ein Krankenhaus wird, wenn erforderlich, grundsätzlich
nicht vom Sanitätsdienst sondern vom zuständigen öffentlichen
Rettungsdienst oder einem Krankentransportunternehmen durchgeführt. Hauptgrund
hierfür ist die Erhaltung der Einsatzkraft vor Ort. Sie als Veranstalter
haben beispielsweise 6 Rettungssanitäter gebucht. Bei einem Transport
in ein Krankenhaus fehlen für ca. 45 bis 60 Minuten mindestens 2 Rettungssanitäter
am Veranstaltungsort. Eine Notwendigkeit selbst zu transportieren besteht
nicht, denn der Patient wurde ja schnell erreicht, notfallmedizinisch kompetent
erstversorgt und das der Dringlichkeit entsprechende Einsatzmittel wurde auch
gleich angefordert.
Was ist/ macht eigentlich ein Sanitätsdienst ?